Rezension

Kurzrezension: Der Frauenchor von Chilbury von Jennifer Ryan

August 23, 2018

Titel: Der Frauenchor von Chilbury

Autorin: Jennifer Ryan

Übersetzerin: Andrea O’ Brien

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl: 480

ISBN-10: 3462048848

ISBN-13: 978-3462048841

Preis: 19,99 Euro

Lesegrund:

Ich mag Musik sehr gerne und habe mir beim Lesen des Klappentextes schon gedacht, dass zwischen den Buchdeckeln bestimmt eine emotionale und besondere Geschichte versteckt ist.

Handlung:

Die Geschichte beginnt im Jahr 1940 und spielt in der Grafschaft Kent. Hier beschließt der Pfarrer den Chor der Gemeinde aufzulösen und enttäuscht damit die teilnehmenden Frauen zutiefst. Mit dem Wegfall des Chors gäbe es für sie im Kriegsalltag kaum noch etwas schönes oder gar eine Abwechslung. Doch eines Tages kommt die Musikprofessorin Primrose Trent aus London in die Gemeinde und mit ihr die Überzeugung, das Musik gerade in schwierigen Zeiten ungemein wichtig ist. Doch ihr Vorschlag, die Gründung eines reinen Frauenchors, stößt zunächst auf Skepsis, aber durch Primroses’ Engagement und ihre Liebe zur Musik entwickelt sich schließlich etwas wunderbares …

Schreibstil:

Der Schreibstil von Jennifer Ryan hat mir gut gefallen. Die Autorin schreibt bildhaft und anschaulich und sie hat ein schönes Gespür für die feinen Zwischentöne und die Vermittlung der Emotionen. Es gibt verschiedene Erzählstränge, durch die die Autorin es versteht einem Aussenstehenden die Gedanken verschiedenster Charaktere nahezubringen.

Charaktere:

Die Ausarbeitung der Charaktere habe ich als solide, aber manchmal auch als ein wenig klischeebehaftet empfunden. Durch die verschiedenen Frauen sollen ja unterschiedliche Sichtweisen und Lebensentwürfe/ – Vorstellungen abgedeckt werden, aber mir hätte es besser gefallen weniger krasse Gegensätze zu haben, dafür aber auch weniger Klischee’s beziehungsweise Extreme.

Spannung:

Den Spannungsbogen hat Jennifer Ryan besonders durch die verschiedenen Erzählstränge und den guten Buchaufbau gut gehalten, aber für mich waren es häufiger interessante, aber nicht unbedingt richtig spannende Inhalte. Letzteres hatte ich von diesem Buch aber auch nicht erwartet, denn das große Plus hatte ich mir im Punkt der Emotionen erhofft.

Emotionen:

Bücher die in Kriegszeiten spielen haben immer wieder eine gewisse Anziehung auf mich ausgeübt, weil sich meist sehr bewegende Geschichten darin verstecken. Auch in diesem Werk waren die Emotionen und die Zeit in der es spielt das, was mir am besten gefallen hat. Ich habe mit den Charakteren mitfühlen können und mit dem Wissen, um die Geschehnisse im zweiten Weltkrieg gab es auch Momente, die mir durchaus unter die Haut gegangen sind. Die Gefühle und Gedanken der Charaktere hat die Autorin, meiner Meinung nach, gelungen vermittelt.

“Der Frauenchor von Chilbury” ist eine emotionale und besondere Geschichte, die mir ab und an zu klischeehaft war, mich aber davon abgesehen gut unterhalten  und bewegt hat. Eine schöne Thematik und eine gefühlvolle Umsetzung sorgen dafür, dass ich dieses Buch weiterempfehle.

Meine Bewertung: 3,5 von 5

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