Rezension

Rezension: Dumplin’ – Go Big or Go Home von Julie Murphy

April 13, 2018

Titel: Dumplin’ – Go Big or Go Home

Autorin: Julie Murphy

Übersetzerin: Kattrin Stier 

Verlag: Fischer FJB

Seitenzahl: 400

ISBN-10: 384142242X

ISBN-13: 978-3841422422

Preis: 18,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Die #1 der „New York Times“-Bestsellerliste: Dick UND schön? Unsicher UND mutig? Dumplin‘ ist all das und noch viel mehr.

Willowdean
– „16, Dolly-Parton-Verehrerin und die Dicke vom Dienst“ – wird von
ihrer Mutter immer nur Dumplin’ genannt. Bisher hat sie sich in ihrem
Körper eigentlich immer wohl gefühlt. Sie ist eben dick – na und? Mit
ihrer besten Freundin Ellen an ihrer Seite ist das sowieso total egal.
Doch
dann lernt sie den sportlichen und unfassbar attraktiven Bo kennen.
Kein Wunder, dass sie sich hoffnungslos in ihn verknallt – dass er sie
allerdings aus heiterem Himmel küsst, verunsichert sie völlig. Plötzlich
macht es ihr doch etwas aus, nicht schlank zu sein.
Um ihre
Selbstzweifel in den Griff zu bekommen, beschließt Will, sich der
furchteinflößendsten Herausforderung in ganz Clover City zu stellen: Sie
will am „Miss Teen Blue Bonnet“-Schönheitswettbewerb teilnehmen und
allen – vor allem sich selbst – beweisen, dass die Kleidergröße für das
ganz große Glück überhaupt keine Rolle spielt.

„Badeanzüge haben
so etwas an sich, das einen denken lässt, man müsste sich erst das Recht
verdienen, sie zu tragen. Aber eigentlich ist doch die entscheidende
Frage:
Hast du einen Körper?
Dann zieh ihm einen Badeanzug an.“

 

 

Meine Meinung: 

“Dumplin'” ist ein Jugendbuch der Autorin Julie Murphy. Auf dieses Buch war ich schon seit einiger Zeit sehr neugierig, da hier ein Thema angesprochen wird, welches ja leider doch eher noch zu den Themen zählt, über die eher geschwiegen oder direkt gelästert wird. Ich fand es super, dass Dick – Sein hier in jugendgerechter Form thematisiert werden sollte und war gespannt auf die Umsetzung.

 

In dieser Geschichte geht es um die sechzehnjährige Protagonistin Willowdean. Willowdean wird von ihren Freunden meist Will und von ihrer Mutter einfach Dumplin’ genannt. Will hatte mit ihrem Übergewicht noch nie Probleme und hat ein gesundes Selbstbewußtsein und in Ellen eine beste Freundin, mit der sie alles machen und bereden kann. 

 

Dass Will in ihren attraktiven Arbeitskollegen Bo verknallt ist, weiß allerdings nicht mal Ellen. Und dass Bo sie eines Abends unvermittelt küsst, verunsichert Will völlig, denn auf einmal macht es ihr doch etwas aus Dick zu sein und sie muss sich komplett neu mit ihren Selbstzweifeln auseinandersetzen. Um sich selbst etwas zu beweisen und auch ihre Zweifel zu beseitigen, meldet sie sich beim Clover City “Miss Teen Blue Bonnet” Schönheitswettbewerb an, nichtsahnend welche Geschehnisse sie damit, innerlich, wie auch im Außen in Gang setzen wird …


 

Der Einstieg in diese Geschichte ist mir sehr gut gelungen. Julie Murphy hat einen flüssigen und leichten Schreibstil, der sich problemlos lesen lässt. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Protagonistin Willowdean. Die Handlung ist recht vielseitig gestaltet und es gibt verschiedene Themen, deren sich die Autorin annimmt.

 

Zum einen geht es um die “Probleme” des Dick – Seins, Selbstzweifel, Mobbing, Freundschaften, Liebe, Träume und Wünsche. Ansich hätten mir diese Themen auch gereicht, aber Julie Murphy nimmt sich auch noch dem Thema Verluste an,  Probleme in Freundschaften und einer problembehafteten Mutter – Tochter – Beziehung. Mir persönlich waren es zuviele Themen, weil manches, meiner Meinung nach, zu wenig ausgearbeitet wurde, oder auch mal plötzlich gar kein Problem mehr war. Das hat mir nicht so gut gefallen. 


Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen. Die Protagonistin Willowdean wird bestimmt bei manchen Lesern anecken, weil sie manchmal etwas anstrengend ist. Ich fand ihre Ecken und Kanten interessant und besser als 08-15 Charaktere, die immer gleich agieren. 

 

Was mir nicht gefallen hat war, dass die Message des Buches etwas unglücklich war. Die Tatsache, dass jede/r so sein können sollte, wie er/sie ist, egal wie man ist oder aussieht, wird durch die Reaktionen der Protagonistin leider mehrmals zunichte gemacht. Die Autorin verfehlt die Grautöne und malt nur in Schwarz – und Weiß. So waren bei ihr Menschen mit “Makeln” immer die armen leidenden und auf der anderen Seite nimmt sie den vermeintlich perfekten Charakteren ihr Recht auf Entfaltung ( Ellen und der Schönheitswettbewerb ). Das hat mir gar nicht gefallen und ich war auch ziemlich enttäuscht davon. 


Positiv: 

* flüssiger, angenehm zu lesender Schreibstil

* Charaktere mit Ecken und Kanten

* schöne Thematik


Negativ: 

* die positive Message wurde leider durch die Umsetzung verfehlt

* es gab einige Oberflächlichkeiten und viel Schwarz/Weiß Denken


“Dumplin'” bietet interessante Themen, von denen ich mir viel versprochen hatte. Leider hat die Autorin in der Umsetzung einiges an der Message nicht gut rübergebracht, sodass der Kern des Inhalts, für mich, verfehlt wurde. Es ist eine nette Story, aber kein Buch, welches die Problematik komplett realistisch und hilfreich vermittelt. Schade.


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