Rezension

Rezension: Die gute Tochter von Karin Slaughter

September 22, 2017

Titel: Die gute Tochter

Autorin: Karin Slaughter

Übersetzer: Fred Kinzel

Verlag: HarperCollins

Seitenzahl: 608

ISBN-10: 3959671105

ISBN-13: 978-3959671101

Preis: 19,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

“Lauf!”, fleht ihre große Schwester Samantha. Mit vorgehaltener Waffe
treiben zwei maskierte Männer Charlotte und sie an den Waldrand. “Lauf
weg!” Und Charlie läuft. An diesem Tag. Und danach ihr ganzes Leben. Sie
ist getrieben von den Erinnerungen an jene grauenvolle Attacke in ihrer
Kindheit. Die blutigen Knochen ihrer erschossenen Mutter. Die
Todesangst ihrer Schwester. Das Keuchen ihres Verfolgers.
Als
Töchter eines berüchtigten Anwalts waren sie stets die Verstoßenen, die
Gehetzten. 28 Jahre später ist Charlie selbst erfolgreiche Anwältin. Als
sie Zeugin einer weiteren brutalen Bluttat wird, holt ihre Geschichte
sie ganz ungeahnt ein.
 

  

Meine Meinung: 

“Die gute Tochter” ist ein Thriller der Autorin Karin Slaughter. Da Frau Slaughter zu meinen absoluten Lieblingen unter den Thriller – Autorinnen zählt, hatte ich mich schon seit einer Weile sehr auf ihr neues Werk gefreut. Und ob es halten konnte, was der spannende Klappentext verspricht, das verrate ich euch jetzt.

 

In dieser Geschichte geht es um die Protagonistinnen Charlotte, genannt Charlie, und Samantha, die von allen nur Sam genannt wird. Die beiden sind Schwestern, aber ihr Kontakt ist eher schwierig. Die beiden haben in jungen Jahren schlimmes durchmachen müssen, als zwei maskierte Männer ihre Mutter erschossen, Sam anschossen und Charlie nur knapp entkommen konnte. 

 

Beide spüren die Folgen seelisch und körperlich und beide schlugen Karrierewege als Anwältinnen ein, genau wie ihr Vater, der schon lange als berüchtigt galt. Als Charlie eines Tages mitten in eine brutale Bluttat an einer Schule gerät holt sie die Vergangenheit ganz unvermittelt wieder ein …

 

Der Einstieg in diesen Thriller ist mir gut gelungen. Der Anfang war, in meinen Augen, sehr vielversprechend und spannend. Danach wurde die Geschichte leider in eine andere Richtung gelenkt, was mir nur bedingt gut gefallen hat. Eigentlich mag ich es ja total gerne, wenn auf die psychologischen Folgen eingegangen wird, aber hier wurde mir die Autorin leider viel zu ausschweifend. 

 

Alles in allem waren mir die Schilderungen zu langatmig und oft auch nicht spannend genug. Nach einer Weile kommt ein weiterer Erzählstrang hinzu, von dem ich mir viel Spannung erhofft habe, aber leider kam die Thematik im Endeffekt nur am Rande vor und wirkte beinahe schon, wie spontan eingestreutes Füllmaterial. 

 

Die Handlung ist leider nicht sonderlich dicht und ich habe mich oftmals dabei ertappt, mir eine Temposteigerung oder das ein oder andere spannende Geschehen zu wünschen. Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen. Es gab, für mich, zwar keine Sympathieträger, aber interessant fand ich die meisten der Akteure. 

 

Die Emotionen waren, meiner Meinung nach, das große Plus an dieser Geschichte. Die Autorin bringt die Folgen einer traumatischen Erfahrung oftmals sehr glaubwürdig und bewegend rüber. Auch die zwischen den Schwestern entstandenen Probleme wirkten authentisch auf mich. Dennoch hätte ich es wichtig gefunden, eine etwas ausgewogenere Mischung zwischen Emotionen und Spannung zu bekommen, was hier leider nicht oft der Fall war. 

 

Positiv: 

* tolle Vermittlung emotionaler Aspekte

* gute Ausarbeitung der Charaktere

 

Negativ: 

* der Spannungsbogen war mir zu niedrig angesetzt

* es gab unnötige Wiederholungen in der Geschichte

* ein interessanter Erzählstrang kam mir leider viel zu kurz


“Die gute Tochter” hat für mich leider nicht das Niveau anderer Karin Slaughter Bücher erreicht. Am meisten störte mich die fehlende Spannung und das konnte auch die emotionale Handlung nicht aufwiegen. Ein Thriller war es, für mich, nicht und daher gebe ich 2,5 Rosen und runde diese auf 3 auf.

 

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