Rezension

Rezension: Traumprinz von David Safier

November 13, 2016

 

Titel: Traumprinz

Autor: David Safier

Illustrator: Oliver Kurth

Verlag: Kindler

Seitenzahl: 320

ISBN-10: 3463406047

ISBN-13: 978-3463406046

Preis: 19,95 Euro 









Inhalt: 

Du findest keinen? Mal dir einen!

Welche Frau würde sich nicht
gerne den perfekten Mann malen? Die verträumte Comiczeichnerin Nellie
hat schlimmen Liebeskummer, als ihr zufällig eine alte tibetische
Lederkladde in die Hände fällt. In die zeichnet Nellie ihren
Traumprinzen: stark, edel und dreitagebärtig. Als sie am nächsten Morgen
aufwacht, hat der Prinz das Zeichenblatt verlassen und steht leibhaftig
vor ihr. Mit Schwert und Kettenhemd. Gemeinsam mit dem ungestümen
Prinzen namens Retro macht Nellie sich in Berlin auf die Suche nach dem
Geheimnis der magischen Kladde. Denn alles, was man in sie
hineinzeichnet, erwacht zum Leben. Dabei erlebt das ungleiche Paar jede
Menge Abenteuer: Nellie und Retro kämpfen gegen Skinheads, sie fliehen
vor der Polizei und stellen fest, dass böse Kräfte mit der Magie der
Lederkladde die Welt zerstören wollen. Das größte Abenteuer jedoch, das
die beiden zu bestehen haben, ist das der Liebe.

 

 

Meine Meinung: 

“Traumprinz” ist der neuste Roman des Autors David Safier. Seit ich vor einigen Jahren seinen Erstling “Mieses Karma” gelesen hatte, habe ich immer wieder gerne zu seinen humorvollen Büchern gegriffen. Auch auf dieses neue Werk habe ich mich sehr gefreut, auch wenn ich zunächst etwas skeptisch war, wegen der schon bekannten Thematik. Und ob die Skepsis berechtigt war, verrate ich euch jetzt …

 

In diesem Buch geht es um die Protagonistin Nellie. Nellie ist eine verträumte junge Frau, die ihrer Fantasie in ihren Comiczeichnungen freien Lauf lässt. Da sie davon aber nicht leben kann arbeitet sie als Verkäuferin in einem Comicladen, in Berlin. Männertechnisch läuft es leider auch mehr schlecht als recht und so kommt es nach einem schicksalhaften Treffen dazu, dass Nellie in eine wunderschöne, alte, tibetanische Kladde ihren Traumprinzen Retro zeichnet. 

 

Doch womit sie absolut nicht gerechnet hat ist, dass exakt dieser Traumprinz am nächsten Tag in voller Lebensgröße vor ihr steht und von ihr den Weg in sein Reich wissen will. Aber wie erklärt man einer zum Leben erwachten Zeichnung, dass es diese Heimat gar nicht gibt? Und was hat es mit dieser magischen Kladde wirklich auf sich? Die Spurensuche führt Nellie und Retro durch Berlin und sie haben dort mehr als ein Abenteuer zu bestehen …

 

Der Einstieg in diese Geschichte ist mir gut gelungen. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Nellie, in Ich – Form, was ich als passend empfunden habe. Die Kapitel haben eine gute Länge und der Schreibstil von David Safier lässt sich problemlos und flüssig lesen. Was mir bei diesem Buch jedoch echt negativ aufgefallen ist, sind die vielen Wiederholungen. Es gibt immer wieder Vergleiche mit Harry Potter und Katniss Everdeen ( sie heißt nicht Aberdeen ) und in einem gewissen Rahmen mag ich auch Verweise darauf, wie ein Held oder eine Heldin einer anderen Geschichte handeln würde, aber in diesem Fall hat mich das fast erschlagen. Ich war nach einer Weile wirklich genervt und das fand ich echt schlimm, da es die Freude beim Lesen schon gedämpft hat.

Die Handlung des Buches ist vielseitig und beinhaltet viele Themen von denen manche nur am Rande angeschnitten werden, was mich aber in diesem Fall nicht so sehr gestört hat. Irritierend und ein bisschen störend fand ich eher die Themensprünge, die manchmal zu abrupt erfolgt sind. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, aber der gezeichnete Traumprinz Retro hatte mehr Tiefgang, als die Protagonistin. Im Zusammenspiel fand ich die beiden gut, auch wenn die Szenarien natürlich sehr überzogen waren. Es gab einige Szenen, wo ich mich richtig gut amüsiert habe und die kurzweilige Unterhaltung echt genossen habe, aber leider gab es auch Passagen, von denen ich weniger begeistert war, weil sie zum Beispiel durch viele Wiederholungen glänzten.

 

Die Auflösung des Buches fand ich in Ordnung, aber mir kam das Geschehen etwas zu schnell abgehandelt vor. Ich hätte gerne mehr über die Hintergründe gewußt. Die Idee mit den Seiten der Zeichenkladde und auch die Thematik den Menschen Freude zu bringen fand ich richtig toll gewählt. Die Zeichnung waren, meiner Meinung nach, ein echtes Highlight und ich finde sie einfach super gelungen! Vielen Dank dafür an Oliver Kurth! Alles in allem ist diese Geschichte nett zu lesen, mit Hochs und Tiefs und bietet dem Leser/der Leserin eine kurzweilige und etwas überzogene Unterhaltung! 

 

Positiv: 

* locker – leichter Schreibstil mit humorvollen Passagen

* wirklich tolle Zeichnungen

* süße und lustige Charaktere

 

Negativ: 

* etwas zu skurill in manchen Passagen

* viele Wiederholungen

* einige Elemente der Geschichte kennt man schon in anderer Buch-/ Filmform

 

“Traumprinz” ist eine humorvolle Geschichte, die mich zwar nicht ganz überzeugen konnte, mich aber dennoch gut unterhalten hat! Die Zeichnungen sind nicht nur eine gut gewählte Ergänzung, sondern auch für sich, richtig toll! 

 

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