Rezension

Zeit für Klassiker # 2 Rezension: Vernunft und Gefühl von Jane Austen

Juli 26, 2017

Titel: Vernunft & Gefühl 

Autorin: Jane Austen

Übersetzerin: Andrea Ott 

Nachwort: Denis Scheck

Verlag: Manesse

Seitenzahl: 416

ISBN-10: 3717523546

ISBN-13: 978-3717523543

Preis: 26,95 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Temperamentvoll und leidenschaftlich, ist Marianne Dashwood das genaue
Gegenteil ihrer älteren Schwester, der beherrschten und vernünftigen
Elinor. Dass sich Marianne Hals über Kopf und natürlich unglücklich in
den begehrten Frauenschwarm John Willoughby verliebt, erstaunt daher
niemanden. Aber auch Elinor erlebt mit dem Mann ihres Herzens eine böse
Überraschung, denn «ihr» Edward Ferrars hat einer anderen die Ehe
versprochen. Gemeinsam lernen die ungleichen Schwestern mit ihrer
Enttäuschung zu leben und nach einer dramatischen Zuspitzung der
Ereignisse den Standpunkt der jeweils anderen besser zu verstehen. In
der Neuübersetzung von Andrea Ott erstrahlen geschliffener Witz und
lebendige Dialoge dieser beliebten Klassikerin in frischem Glanz.

 

 

Meine Meinung: 

“Vernunft und Gefühl” ist der Debütroman der beliebten Autorin Jane Austen. Für mich war es das erste Buch der Autorin und ich war sehr neugierig, wie dieser Klassiker mir letztlich gefallen würde. 

 

In dieser Geschichte geht es um die Protagonistinnen Elinor und Marianne Dashwood. Die beiden sind Schwestern, wobei Elinor die Älteste ist und es noch die Jüngste Margaret gibt. Marianne ist vom Charakter und ihrer Art her das genaue Gegenteil ihrer älteren Schwester, die stets vernünftig und beherrscht ist. 

 

Dass sich Marianne Hals über Kopf in den attraktiven John Willoughby verliebt, der ein großer Frauenschwarm ist, überrascht daher niemanden. Aber auch Elinor ist verliebt, und ahnt zu dem Zeitpunkt nichts davon, dass ihr Traummann Edward die Ehe bereits einer anderen versprochen hat. In ihren Enttäuschungen lernen die beiden Schwestern einander besser zu verstehen, aber werden sie es auch schaffen in der Liebe ihr Glück zu finden?

 

Der Einstieg in diesen Roman ist mir überraschend gut gelungen. Ich hatte mir keine genauen Vorstellungen vom Schreibstil der Autorin gemacht, aber ich habe angenommen, dass es sich nicht so leicht lesen lassen würde, wie manche Gegenwartsliteratur. Ich hatte jedoch keinerlei Probleme mit dem Schreibstil, auch wenn ich mich, besonders zu Beginn, ein bisschen mehr konzentrieren musste. Letzteres lag an den doch häufig vorkommenden langen und verschachtelten Sätzen, an die ich mich aber nach wenigen Kapiteln gewöhnt hatte. 

 

Die Handlung hat mir ziemlich gut gefallen. Es ist zwar manches ein wenig vorhersehbar und es gibt teilweise auch einige Klischee’s, aber die positven Aspekte der Geschichte haben das für mich komplett wieder ausgeglichen. Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir sehr gut gefallen. Zwar war mir, besonders bei den beiden Protagonistinnen, manches zu überspitzt dargestellt, aber das macht auch ein bisschen den Charme der beiden aus. 

Die Unterschiede zwischen den Schwestern hat Jane Austen durch diese Schwarz-Weiß Sicht sehr gut dargestellt, aber ich hätte es schön gefunden, auch ein paar Grautöne zu erleben. Diese Nuancen fehlten mir besonders am Ende bei Marianne’s Wandlung. Ich hatte ein bisschen den Eindruck hier würde zuviel von ihrer ganz eigenen Persönlichkeit eingebüßt werden. Elinor, die mir lange Zeit sehr unterkühlt vorkam hat besonders ab der Hälfte mehr und mehr bei mir gepunktet und ich fand sie am Ende fantastisch, besonders, da sie letztlich auch Emotionen zeigt. 

 

Neben den Protagonistinnen gab es aber auch eine gute Anzahl weiterer Charaktere, die mir, in der Ausarbeitung ebenfalls gut gefallen haben. Sogar überzeugende Antagonisten hat die Autorin eingebracht, was ich toll fand. Die Emotionen wurden von Jane Austen hervorragend dargestellt, sodass ich mehr als einmal mit den Charakteren mitleiden konnte und mir gewisse Dinge bestimmt nicht so schnell aus dem Kopf gehen. Die Themen in der Geschichte sind vielfältig und bis auf wenige, langatmigere Passagen habe ich mich stets sehr gut unterhalten gefühlt. Ich werde auf jeden Fall auch noch die anderen Werke der Autorin lesen, denn ich bin durch dieses Buch auf den Geschmack gekommen.

 

Positiv: 

* detaillierte Beschreibungen und dennoch ist das Buch flüssig zu lesen

* liebevoll gezeichnete und facettenreiche Charaktere

* tolles und authentisches Setting

* die Emotionen wurde schön vermittelt

 

Negativ: 

* manchmal hätte ich mir etwas mehr Grautöne bei den Unterschieden zwischen 

   den Schwestern und ihrer Entwicklung gewünscht

 

“Vernunft & Gefühl” ist eine wunderbar geschriebene und emotionale Geschichte, die zum Nachdenken anregt und mich durch Austen’s feinem Humor und ein paar clever gesetze Spitzen wirklich gut unterhalten hat!

 

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