Rezension

Rezension: Ich bin böse von Ali Land

März 1, 2017

Titel: Ich bin böse

Autorin: Ali Land

Übersetzerin: Sonja Hauser

 Verlag: Goldmann

Seitenzahl: 352

ISBN-10: 3442484561

ISBN-13: 978-3442484560

Preis: 9,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Die 15-jährige Milly wächst schwer traumatisiert in einer Pflegefamilie
auf. Eine neue Identität soll alle Spuren zu ihrer Vergangenheit
verwischen. Denn Milly ist die Tochter einer Serienmörderin. Und diese
konnte nur gefasst werden, weil Milly der Polizei entscheidende Hinweise
gegeben hatte. Jetzt wird ihrer Mutter der Prozess gemacht, und Milly
wird plötzlich von Gewissensbissen heimgesucht. In ihrer Pflegefamilie
findet das Mädchen keine Unterstützung, um diese schwere Zeit zu
überstehen – im Gegenteil: Phoebe, die leibliche Tochter, hasst Milly
von ganzem Herzen und versucht mit allen Mitteln, ihr das Leben so
schwer wie möglich zu machen. Und damit weckt sie in Milly eine
verborgene Seite. Eine böse Seite. Denn Milly ist die Tochter ihrer
Mutter …

 

 

Meine Meinung: 

“Ich bin böse” ist ein psychologischer Spannungsroman der Autorin Ali Land. Auf dieses Buch bin ich schon in den Verlagsvorschauen aufmerksam geworden und ich habe mich schon mächtig auf den, wie ich hoffte, spannenden Inhalt gefreut! 

 

In diesem Buch geht es um die Protagonistin Milly. Milly ist fünfzehn Jahre alt und sie lebt seit kurzem in einer Pflegefamilie. Ihr Pflegevater ist auch zeitgleich ihr Therapeut, denn Milly ist schwer traumatisiert. 

 

Die neue Identität, die ihr dabei helfen soll in ein möglichst normales Leben zu führen, gibt ihr nicht die erhoffte Sicherheit. Das liegt nicht nur daran, dass ihr eine schwere Aussage vor Gericht, gegen ihre leibliche Mutter, bevorsteht, sondern auch an ihrer Pflegeschwester Phoebe. Die Teenagerin hasst Milly und tut alles, um ihr das Leben so schwer es nur geht zu machen. Doch sie ahnt nicht, dass das in Milly etwas weckt, was sie ihrer Mutter ähnlicher werden lässt und Milly’s Mutter ist eine Serienmörderin … Kann Milly es schaffen ihre gute Seite über die böse siegen zu lassen? 

 

 Der Einstieg in diesen Spannungsroman ist mir gut gelungen. Direkt fiel mir auf, dass der Schreibstil besonders ist. Es finden sich abgehakte, und teils verschachtelte Sätze, die direkt und knapp gehalten sind. Die Geschichte wird aus der Sicht der fünfzehnjährigen Protagonistin Milly erzählt und nachdem ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, konnte ich mich ganz auf die Geschichte einlassen. 

 

Was mir zunächst etwas ungewohnt vorkam, zeigte sich nach kurzer Zeit schon als großes Plus, denn der Schreibstil bringt einem als Leser/Leserin Milly’s emotionale Verfassung und ihre Gedanken fast ungefiltert näher, was ich toll fand. Durch diese Form entsteht, in meinen Augen, auch das psychologisch spannende an diesem Roman. Ich hatte mehr als einmal Gänsehaut und war schockiert und gefesselt von der realistischen Schilderung einer stark traumatisierten Jugendlichen und ihrer inneren Zerrissenheit. 

 

Die Charaktere hat Ali Land gut ausgearbeitet. Besonders die Protagonistin wurde vielschichtig und glaubwürdig – erschreckend dargestellt, sodass mir die Geschichte richtig unter die Haut ging. Aber auch Phoebe fand ich in Sachen Zwiespältigkeit gut getroffen. Wer für mich persönlich gar nicht ging war Milly’s Pflegevater. Er war für mich als Therapeut in seiner Rolle echt unglaubwürdig und ich war geschockt von seiner Blindheit. Hier hat die Autorin für mich nicht ganz das Niveau gehalten, welches sie sonst die Geschichte über gezeigt hat. Das Ende fand ich, im Gegensatz zur restlichen Geschichte, fast ein bisschen zu schnell abgehandelt, aber extrem raffiniert und nicht direkt vorhersehbar. 

 

Die Spannung kam in dieser Geschichte ganz klar durch die seelische Verfassung der Protagonistin und den Einfluss ihrer Traumatisierung auf ihre Person, das Umfeld und ihr Leben. Einen Punkt fand ich nicht ganz stimmig ( mit ihrer Tutorin ). Das Thema Übertragung wurde hier nicht ganz getroffen, wie ich finde. Ansonsten hat mich Ali Land aber mit dieser Geschichte mitgerissen, schockiert und gefesselt. Von mir gibt es sehr gute 4,5 Rosen, aufgerundet auf 5.

 

Positiv: 

* tolle Darstellung der Verfassung der Protagonistin

* gute Ausarbeitung der Charaktere

* häufig realistische Beschreibungen der pschologischen Thematik

* raffinierter Handlungsaufbau mit viel Spannung

 

Negativ:

* manche fachlichen Aspekte sind mir anders bekannt als sie hier dargestellt wurden

 

“Ich bin böse” ist ein leise aufgebauter Spannungsroman, der mich besonders durch die psychologische Komponente geschockt und gefesselt hat und den ich sicherlich nicht so schnell vergessen werde!

 

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