Rezension | Roman

Kurzrezension: Der Kinderzug von Michaela Küpper

Oktober 23, 2019

Titel: Der Kinderzug

Autorin: Michaela Küpper

Verlag: Droemer HC

Seitenzahl: 352

ISBN-10: 3426282186

ISBN-13: 978-3426282182

Preis: 19,99 Euro

Lesegrund:

Bei diesem Buch hat mich ganz klar das Thema gelockt. Über die Kinderlandverschickung habe ich bisher wenig gelesen und daher war meine Neugier schnell geweckt.

Handlung:

Die Geschichte beginnt im Sommer des Jahres 1943. Die junge Lehrerin Barbara soll eine Gruppe Mädchen, im Rahmen der Kinderlandverschickung begleiten. Die Kinder sind gespannt, aber auch unruhig, kein Wunder, da keine*r von ihnen weiß, was sie alle erwarten wird. Das Heim ist zunächst eine angenehme Überraschung, aber schon kurze Zeit später muss es geräumt werden. Es beginnt eine Odyssee und Barbara, die immer versucht hatte, sich aus der Politik herauszuhalten, wird mit den grausamen Methoden und Absichten der Nationalsozialisten konfrontiert. Als auch noch ein Mädchen verschwindet und ein polnischer Zwangsarbeiter unter Verdacht gerät muss Barbara sich entscheiden, welche Art Mensch sie seien möchte …

Schreibstil:

Der Schreibstil von Michaela Küpper ist flüssig zu lesen und die verschiedenen Erzählstränge bieten eine breite Palette an Dialekt und Bildung, mit denen die Autorin die Personen charakterisiert.

Charaktere:

Die Charaktere hat die Autorin gut und detailliert dargestellt. Ich fand es schön, dass es eine Vielzahl verschiedener Charaktere gab, die auch untereinander spannend agiert haben. Manche Charakterzüge waren mir ein bisschen zu klischeehaft gestaltet, aber darüber konnte ich noch recht gut hinwegsehen.

Spannung:

In Sachen Spannung bin ich leider ein bisschen enttäuscht worden. Besonders zu Beginn habe ich die Handlung als viel zu langatmig und zäh empfunden. Es passierte sehr wenig und wenn nebensächliches. Das hat meine Lesefreude ziemlich getrübt. Im Verlauf wird die Geschichte ein bisschen spannender, aber richtig gefesselt hat sie mich leider nicht. Wirklich schade, denn das Potenzial und die Ideen hatten da mehr zu bieten.

Emotionen:

Dieses Buch bietet, meiner Meinung nach, die meisten Emotionsmomente durch die Thematik. Der geschichtliche Hintergrund und die NS Zeit gehen mir immer unter die Haut, aber hier hätte ich mir manchmal, besonders bei den Erwachsenen Charakteren mehr Tiefgang gewünscht. Die Passagen in denen es mehr um die Kinder ging fand ich hingegen sehr bewegend.

“Der Kinderzug” bietet ein interessantes Thema und eine solide Handlung. Es gab einige bewegende Momente, aber auch Passagen, die ich viel zu zäh fand. Letzteres hat den Gesamteindruck leider ein bisschen geschmälert, was schade ist.

Meine Bewertung: 3 von 5

*RE

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