Rezension

Kurzrezension: Deine kalten Hände von Han Kang

Mai 2, 2019

Titel: Deine kalten Hände

Autorin: Han Kang

Übersetzer: Hyong – Hae Flügel

Verlag: Aufbau

Seitenzahl: 312

ISBN-10: 3351037627

ISBN-13: 978-3351037628

Preis: 22,00 Euro

Lesegrund:

Eigentlich wollte ich schon “Menschenwerk” von der Autorin gelesen haben, aber wie das so ist mit den lieben Wunschlistenbüchern, hatte es dann doch noch keine Priorität. Als dann Han Kang’s neues Werk erschien war meine Neugier direkt geweckt, weil der Inhalt sehr vielversprechend klang.

Handlung:

In diesem Roman geht es um den Protagonisten Jang Unhyong. Jang ist ein Bildhauer und eines Tages verschwindet er plötzlich beinahe spurlos. Er hinterlässt aber nicht nur seine faszinierenden Gipsabdrücke von Körpern und Händen, sondern auch ein emotionales Tagebuch. Darin schildert Jang bewegend seine lebenslange Suche nach Nähe und Wahrhaftigkeit in einer Welt voller Masken …

Schreibstil:

Der Schreibstil von Han Kang ist flüssig und durch ihre bildhaften, teilweise auch plastischen Beschreibungen gut zu lesen. Manches ist sehr detailliert, was mir gut gefallen hat, manchen Leser*innen aber auch zuviel sein könnte.

Charaktere:

Die Charaktere, insbesondere den Protagonisten, hat die Autorin hervorragend ausgearbeitet. Die Beschreibungen kratzen nicht nur an der Oberfläche, sondern gehen vielmehr unter die Haut und das hat mir gut gefallen. Die Nebencharaktere komplettieren den tollen Gesamteindruck und alles in allem werden eine Menge verschiedener Emotionen geweckt.

Spannung:

In Sachen Spannung konnte mich die Geschichte nicht ganz überzeugen. Sie ist zwar interessant zu lesen, aber durch die vielen Details und den Raum den die Autorin für Interpretationen lässt, ist die Handlung nicht so dicht, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich habe mich nie gelangweilt, aber ich konnte das Buch problemlos mal zur Seite legen.

Emotionen:

Han Kang gibt in diesem Roman viel Raum für eigene Emotionen und Gedanken, was mir gut gefallen hat. Sie schreibt dem Leser/der Leserin nichts vor und lässt Platz für eine eigene Einschätzung. Das hat mir gut gefallen, auch wenn ich den Interpretationsspielraum ab und an fast etwas zu groß gewählt fand. Ich habe dennoch einige Momente gefunden, die bei mir Emotionen wecken konnten. Das lag aber weniger an den Charakteren, als vielmehr an den besprochenen Inhalten.

“Deine kalten Hände” ist ein Buch mit viel Raum für eigene Gedanken. Han Kang lässt viel Platz für Interpretationen und ihr Stil besticht durch poetische Beschreibungen. Daneben gab es in Sachen Spannung einiges an Luft nach oben.

Meine Bewertung: 3,5 von 5

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