Rezension

Rezension: Wer Furcht sät von Tony Parsons

Dezember 9, 2016

Titel: Wer Furcht sät

Band: 3 von ? 

Autor: Tony Parsons

Verlag: Bastei Lübbe Taschenbuch

Seitenzahl: 320

ISBN-10: 3404174429

ISBN-13: 978-3404174423

Preis: 15,00 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

In London macht eine Bürgerwehr, der Club der Henker, Jagd auf böse
Menschen – auf Pädophile, Mörder, Hassprediger – und erhängt sie. Mit
diesen Fällen von Lynchjustiz beginnen für Detective Max Wolfe seine
bisher schwierigsten Ermittlungen. Denn wie fängt man Mörder, die von
der Öffentlichkeit als Helden gefeiert werden? Seine Spurensuche führt
ihn tief unter die Stadt, in den Untergrund Londons mit seinen vielen
stillgelegten Tunneln und Geisterstationen. Doch ehe Max den Club der
Henker stellen kann, muss er am eigenen Leib erfahren, wie schmal der
Grat zwischen Gut und Böse, Schuld und Unschuld ist –

 

 

 Meine Meinung: 

“Wer Furcht sät” ist der dritte Band der Krimireihe um den smarten Detective Max Wolfe. Nachdem mir schon der zweite Band richtig gut gefallen hatte, habe ich mich sehr gefreut, als ich auch diesen dritten Teil der Reihe lesen durfte. 

 

In dieser Geschichte bekommt es der Detective Max Wolfe mit seinen bisher schwersten Ermittlungen zu tun. Eine Bürgerwehr, die sich der “Club der Henker” nennt, macht in London Jagd auf Menschen, die Verbrechen begangen haben oder diese noch begehen. Die erste Tat dieses Clubs besteht darin einen Pädophilen zu hängen und die Hinrichtung ins Internet zu stellen. 

 

In London kocht dadurch die Stimmung unter den Menschen hoch und auch die Presse mischt ordentlich mit, denn viele Menschen finden es gut, dass der Abschaum so von der Welt verschwindet. Max Wolfe hingegen vertritt die Ansicht, dass jeder Gerechtigkeit verdient, bis es ihn selbst auf einen schmalen Grat zieht, der ihn unsicher werden lässt, ob es bei dieser Thematik wirklich nur schwarz oder weiß gibt … 


Der Einstieg in die Geschichte ist mir gut gelungen. Tony Parsons erzählt die Geschichte in Ich – Form, aus Sicht des Protagonisten Max Wolfe. Diese Erzählform hat mir schon im letzten Band sehr gut gefallen und auch in diesem Buch habe ich es wieder genossen, dadurch so nah am Protagonisten dran zu sein. 

Die Charaktere wurden gut ausgearbeitet und sie sind für mich auch immer ein Highlight in den Büchern von Tony Parsons. Ich mag es, dass der Autor die Charaktere liebevoll zeichnet und ich ihnen somit immer wieder gerne begegne. Die Idee für den Kriminalfall fand ich interessant, auch wenn sie mittlerweile schon oft thematisiert wurde, war ich gespannt auf dieses Buch. 


Der Spannungsbogen war, für mich, leider das größte Manko an diesem Buch. Bis auf minimale Spannungsanstiege zu Beginn der Geschichte tröpfelte die Handlung leider den Großteil des Buches nur so vor sich hin, was ich sehr schade fand. Am Ende wird es ein bisschen spannender, aber diese Momente waren mir persönlich, einfach zu kurz, um die Geschichte besser zu bewerten. Die Auflösung war, in meinen Augen, zu konstruiert, auch da es vorher kaum Ermittlungsarbeit zu erleben gab. 


Zudem muss ich gestehen, dass mir die vielen Handlungselemente ein bisschen zuviel des Guten waren, denn somit rückte der eigentliche Fall schnell in den Hintergrund. Die Erzählstränge fand ich gut, aber ich hätte jedem einzelnen gerne mehr Raum gegeben und noch mehr dazu erfahren. Warum ich das Buch noch als soliden Krimi einordne ist vorwiegend der Tatsache zu verdanken, dass ich die Charaktere wirklich gerne mag und die Handlung auch interessant war. 


Positiv: 

* gute Ausarbeitung der Charaktere

* schöne Einblicke ins historische London

* interessante Buchidee mit ethischen Fragen


Negativ: 

* mancher Erzählstrang hätte gerne mehr Raum haben dürfen

* die Spannung war bis zum Ende nur minimal und dann am Schluss vorhanden

* die Ermittlungen und die Auflösung des Falls konnten mich nicht überzeugen


“Wer Furcht sät” ist ein solide aufgebauter Krimi, der mich vorallem durch die Charaktere überzeugt hat. Bei der Menge an Erzählsträngen hat der Autor, meiner Meinung nach, aber leider den eigentlichen Fall ein bisschen aus den Augen verloren. Schade!

 

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