Rezension

Rezension: Die Autobiographie der Zeit von Lilly Lindner

Juni 29, 2016

Titel: Die Autobiographie der Zeit

Autorin: Lilly Lindner

Illustratorin: Lisa Wöhling

Verlag: Droemer TB

Seitenzahl: 240

ISBN-10: 3426305402

ISBN-13: 978-3426305409

Preis: 14,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt:   

“Ich malte Dünen in den Sand und Löcher in den Boden. Ich zündete Vulkane an und löschte Seen aus. Ich wurde übermutig, als ich den Mut verlor. Ich warf mit Wasser, es wurde zu Stein. Ich warf eine Feder, da flog ein Vogel davon, und ich weinte, weil ich wusste, es war nur ein Traum.” 

Lilly Lindners neuer Roman ist eine faszinierende Geschichte über die Zeit – voller Weisheit und Poesie.  

 

 

Meine Meinung:

Als ich entdeckt habe, dass Lilly Lindner ein neues Buch geschrieben hat, war für mich ganz klar, dass ich es unbedingt lesen möchte. Ich liebe den Schreibstil der Autorin und die Emotionen, die sie in ihren Texten immer wieder rüberbringt. 

 

In diesem Buch erzählt Lilly Lindner eine Geschichte, die sich von ihren bsiherigen Geschichten deutlich abhebt, denn es wird ein bisschen fantastisch und dadurch weniger aus dem Leben gegriffen, jedenfalls im ersten Moment. Als Leser/Leserin lernt man die Zeit kennen. Sie wurde, zusammen mit drei ihrer Freunden, auserwählt, um die Geschicke der Menschheit zu begleiten. Dazu bekam jeder eine besondere Aufgabe. David ist die Beständigkeit, Shay ist der Abgrund und Kevin ist der Raum. Diese vier, im Vordergrund die Zeit, begleitet man als Leser/Leserin bei ihren Aufgaben, die nicht immer nur positives bringen …



Die Geschichte wird aus der Sicht der Zeit erzählt, aber sie richtet ihren Blick auch sehr häufig auf ihre Freunde und so bemerkt man auch, was den anderen Schwierigkeiten bereitet, sie verändert etc. Erzählt wird die Geschichte über einen sehr langen Zeitraum hinweg, gefühlt ein ganzes Leben, in manchen Passagen, könnte es aber auch nur ein Wimpernschlag gewesen sein. Dies führt dazu, dass es häufig Sprünge in der Geschichte gibt und manchmal wirkte der Fortgang auf mich nicht ganz rund und stimmig. 


Als Leser/Leserin findet man in diesem Buch reichlich Stoff zum nachdenken, zum besinnen und es kommen Fragen und Gedanken zum Leben und dessen Einflüssen auf, die eigene Interpretationen zulassen. Die Buchidee fand ich außergewöhnlich und so wurde sie von Lilly Lindner auch in der Geschichte dargestellt. Man muss sich auf die Geschichte einlassen, sich den Sprüngen in der Zeit und den wechselnden Themen anpassen, dann ist es eine schöne Geschichte. Trotzdem muss ich sagen, dass ich manches nicht nachvollziehbar fand und manche Passagen auch vom Verständnis her, für mich, nicht immer Sinn ergaben. Das hat manchmal, zum Glück selten, für Verwirrung gesorgt.

 

Das Lesen erfordert Konzentration und man muss sich anstrengen, um bei der Vielfalt der Themen und Gedanken am Ball bleiben zu können. Das hätte ich bei der Kürze mancher Texte gar nicht vermutet. Was ich an diesem Buch sehr schön fand waren die zu den Textpassagen passenden Illustrationen von Lisa Wöhling. Die Bilder schaffen eine angenehme Ergänzung zu den poetischen, stimmungsvollen Texten! Von mir gibt es 3,5 Rosen, aufgerundet auf 4!


Positiv: 

* wunderschöner, poetischer Schreibstil

* Textpassagen, die zum Nachdenken  und Dinge hinterfragen anregen

* passende, tolle Illustrationen

* eine besondere, einzigartige Buchidee

 

Negativ:

* es gab leider viele Sprünge in der Erzählung

* manches war für mich logisch nicht nachvollziehbar und wirkte eher verwirrend


“Die Autobiographie der Zeit” ist eine poetische, teilweise fantastische Geschichte, die stark zum nachdenken anregt, aber für meinen Geschmack, nicht immer logisch nachvollziehbar war. Der wunderbare Schreibstil von Lilly Lindner spricht für sich und hat mich auch dieses Mal gefesselt und zum staunen und fühlen gebracht! 


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