Rezension

Kurzrezension: Hinter den Türen von Hera Lind

Juni 21, 2018

Titel: Hinter den Türen

Autorin: Hera Lind

Verlag: Diana

Seitenzahl: 384

ISBN-10: 3453291875

ISBN-13: 978-3453291874

Preis: 20,00 Euro

Lesegrund:

Ich habe schon ein paar Bücher von Hera Lind gelesen und am besten gefallen haben mir darunter meist die Bücher, in denen sie von wahren Begebenheiten erzählt, wie auch in diesem hier. Der Klappentext klang für mich direkt nach einer bewegenden Geschichte und ich habe mich auf’s Lesen gefreut.

Handlung:

In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Juliane Bressin. Juliane lebt in einer, für sich, fast perfekten Welt. Ihr Mann ist ihr treu und sie hat zwei wohlerzogene Kinder, die sie mit Vollwertkost ernährt. Es ist ihr eigenes kleines Bullerbü. Als sie sich dazu entschließt drei Kinder mit thailändischen Wurzeln aufzunehmen, die übergangsweise eine Pflegefamilie suchen, ahnt sie noch nicht was damit alles auf sie zukommen soll. Schon kurze Zeit später wird ihr klar, dass die Kinder schreckliches erlebt haben müssen. Der Vater ist gestorben und Juliane weiß nicht warum die Mutter im Koma liegt. Haben die Kinder etwas damit zu tun? Einige Monate später muss Juliane zusehen, dass sich auch ihre eigene Familie mehr und mehr auf einen Abgrund zubewegt …

Schreibstil:

Der Einstieg in diese Geschichte ist mir gut gelungen. Hera Lind hat einen flüssigen und bildhaften Schreibstil, der sich sehr angenehm und problemlos lesen lässt. Ab und an gab es Momente, in denen mir, eher nebensächliche Dinge, etwas zu detailliert geschildert wurden, aber das war nur ein kleines Manko.

Charaktere:

Die Ausarbeitung der Protagonistin ist der Autorin gut gelungen. Ich hätte mir nur bei den anderen Charakteren, etwas mehr Tiefgang gewünscht, da sie mir, neben der Protagonistin Juliane, ab und an ein bisschen zu blass geblieben sind.

Spannung:

Den Spannungsbogen hat Hera Lind gut gehalten. Die ganze Geschichte über war ich interessiert daran, wie es weitergeht und welche Entwicklungen sich bei den Charakteren zeigen würden. Am meisten Spannung brachten die Erlebnisse der drei Pflegekinder mit sich und so habe ich auch darauf hingefiebert mehr über ihre Schicksale zu erfahren.

Emotionen:

Da dies ein Roman ist, der auf einer wahren Begebenheit beruht, war für mich gleich mehr Emotion mit dabei, als bei manchen Romanen, ohne diesen Hintergrund. Die Geschichte von Juliane ist durchaus sehr bewegend und es gab einige Momente in denen ich als Leserin mitfühlen konnte. Als es um die Thematik mit den Behörden ging war ich etwas enttäuscht von der extremen Schwarz/Weiß Sicht. Es ist auf jeden Fall tragisch, wenn soetwas passiert, aber es ist ja nicht die Regel. Am meisten Mitgefühl weckten die Pflegekinder mit ihren traumatischen Erfahrungen bei mir, aber auch Juliane, die am Ende auch um ihre eigene Familie bangen muss.

“Hinter den Türen” ist ein bewegender Roman, der auf Tatsachen beruht. Die Themen gehen unter die Haut und in mir hallt das Buch auf jeden Fall nach, auch wenn manches mit Grautönen, ein bisschen authentischer gewirkt hätte.

Meine Bewertung: 4 von 5

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