Rezension: Ein unheimlich guter Mensch von Kirsten King

Titel: Ein unheimlich guter Mensch
Autorin: Kirsten King
Übersetzerin: Lilian Peter
Verlag: Ecco
Seitenzahl: 320
ISBN-10: 3753001341
ISBN-13: 978-3753001340
Preis: 18,00 Euro
Meine Meinung:
Auf dieses Buch war ich sehr neugierig, weil es vom Inhalt so klang, als ob es mich ein bisschen aus meiner Komfortzone heraus schubsen könnte. Ich liebe Charaktere mit Ecken und Kanten und soviel vorab, die habe ich definitiv bekommen.
In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Lillian, die in einer „Situationship“, mit einem deutlichen Augenmerk auf Körperlichkeiten, steckt. Henry hingegen scheint das Interesse an einer richtigen Beziehung nicht zu erwidern und lässt sie unerwartet sitzen. Lillian sinnt auf Rache und stößt betrunken auf YouTube auf einen vielversprechenden Zauber und startet einen Rückeroberungsversuch. Aber Henry endet nicht in ihren Armen – sondern als Leiche und Lillian ist dringend tatverdächtig. Verzweifelt versucht sie, die ungute Geschichte abzustreifen, um ganz die trauernde Ex sein zu dürfen. Als sich dann auch noch herausstellt, dass Henry seit Jahren in einer festen Beziehung war, stürzt sich Lillian in ihre ganz eigene Ermittlung. Doch wo immer sie auftaucht, sät sie Chaos, egal, wie sehr sie sich ums Gegenteil bemüht. Denn Rache ist für sie nicht nur süß, sondern kann gefährlich aus dem Ruder laufen …
Es ist nicht so häufig so, dass ich mir meine Gedanken so sehr sortieren muss, um zu beschreiben, wie ich ein Buch fand, aber hier brauchte ich ein paar Tage und denke immer noch: „Was habe ich da gerade gelesen?“ Und das meine ich nicht negativ. In dieser Geschichte passiert so einiges und die Mischung aus Lillian’s Charakter und Handlungen, sowie Hintergrundaspekten und Emotionen war fesselnd, schockierend, nachdenklich stimmend, absurd und teilweise wusste ich nicht, ob ich laut lachen oder weinen möchte. Lillian ist eine Protagonistin wie ich sie noch nicht gelesen habe. Dass sie Ecken und Kanten hat, wäre in diesem Fall eindeutig zu wenig gesagt. Sie hat mich als Leserin ganz schön gefordert und von Ablehnung ihres Verhaltens und dem Gefühl sie fest drücken zu wollen war bei mir alles dabei.
Der Spannungsbogen ist alleine schon dadurch hoch, weil man als Leser*in nicht weiß, was die Protagonistin als nächstes machen wird. Neben allem schockierenden und den Momenten zum schmunzeln gibt es aber auch bewegende und solche, die mich nachdenklich gestimmt haben. Das Thema Grenzüberschreitungen, sowohl von Lillian, aber auch von anderen Charakteren und die Sehnsucht der Protagonistin geliebt zu werden, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und hat mich oft betroffen gemacht. Daneben ist sie unglaublich manipulativ und Ich-bezogen Dieses Buch ist, wenn man Probleme mit toxischen Verhaltensweisen hat und sich dadurch getriggert fühlen könnte, mindestens eine Herausforderung. Aufgrund dessen kann ich es nicht uneingeschränkt jedem empfehlen, da unter dem Witz einiges mehr zu finden ist. Für mich war es definitiv ein Buch, welches ich nicht so schnell vergessen werde und das mich gut unterhalten hat.
*RE


