Der kleine Buchtipp: Urlaub vom Patriarchat von Friederike Oertel

Wem könnte das Buch gefallen?
Dieses Buch dürfte etwas für Leser*innen sein, die sich mehr über die Themen Patriarchat und Matriarchat informieren wollen und gleichzeitig einen interessanten Erfahrungsbericht lesen möchten.
Was macht das Buch besonders?
Für mich war das Besondere an diesem Buch die Mischung aus Sach- und Fachwissen zum Matriarchat und die Unterschiede zum Patriarchat. Besonders gelungen fand ich die Gedanken der Autorin, die vielschichtigen Überlegungen und Ansichten, die auch mich zum Nachdenken gebracht haben. Es sind Inhalte, die sich angenehm lesen lassen, aber unangenehm auszuhalten sind, weil sie soviel Realität mitbringen und mir einiges bekannt vorkam.
Wie sind die Eckdaten zum Buch?
Verlag: KiWi – Paperback
Seitenzahl: 336
ISBN-10: 3462006282
ISBN-13: 978-3462006285
Preis: 20,00 Euro
Klappentext:
Ein mitreißender Reisebericht aus einem der letzten Matriarchate der Welt
Ermüdet und genervt vom Alltag im Patriarchat bricht Friederike Oertel zu einer Reise nach Mexiko auf – in eines der letzten Matriarchate der Welt. Sie möchte Abstand gewinnen, von den Frauen vor Ort lernen, mit neuen Perspektiven nach Hause zurückkehren. Doch auch im Matriarchat ist Frausein komplizierter als erwartet.
In Juchitán läuft vieles anders: Frauen sind die Oberhäupter ihrer Familie, Besitz wird von Müttern an die Töchter vererbt und Muxe, Menschen eines dritten Geschlechts, sind gesellschaftlich normalisiert. Auf dem dicht gedrängten Markt, den Friederike Oertel mit ihrer Gastschwester besucht, betreiben Frauen den Handel, auf Festen geben sie den Ton an. Diese »Stadt der Frauen« gilt in Dokumentarfilmen und Büchern als Matriarchat und damit als gelebter Gegenentwurf zum Patriarchat.
In einer Sprache, die die flirrenden Farben des Ortes lebendig werden lässt, und mit einem einfühlsamen Blick auf eine Stadtgesellschaft, die nach eigenen Regeln funktioniert, erkundet die Autorin ihr eigenes Frausein, geht Selbstzweifeln und Widersprüchen nach, hinterfragt Rollenerwartungen und lässt sich von Gefühlen überrollen und durchspülen. Die jahrhundertealte Idee des Matriarchats ist gleichzeitig Mythos und Realität, sie stellt Friederike Oertels Leben auf den Kopf und hilft ihr, das Frausein im Patriarchat neu zu betrachten.


