Rezension

Kurzrezension: 4321 von Paul Auster

August 8, 2017

Titel: 4321

Autor: Paul Auster

Übersetzer: Thomas Gunkel, Werner Schmitz, 

                    Karsten Singelmann, Nikolaus Stingl

Verlag: Rowohlt

Seitenzahl: 1264

ISBN-10: 3498000977

ISBN-13: 978-3498000974

Preis: 29,95 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

‘4 3 2 1’ – das sind vier Variationen eines Lebens: Archibald Ferguson,
von allen nur Archie genannt, wächst im Newark der fünfziger Jahre auf.
“Was für ein interessanter Gedanke”, sagt er sich als kleiner Junge,
“sich vorzustellen, wie für ihn alles anders sein könnte, auch wenn er
selbst immer derselbe bliebe. Ja, alles war möglich, und nur weil etwas
auf eine bestimmte Weise geschah, hieß das noch lange nicht, dass es
nicht auch auf eine andere Weise geschehen konnte.”
Im Verein mit
der höheren Macht einer von Paul Auster raffiniert dirigierten
literarischen Vorsehung entspinnen sich nun vier unterschiedliche
Versionen von Archies Leben: provinziell und bescheiden; kämpferisch,
aber vom Unglück verfolgt; betroffen und besessen von den Ereignissen
der Zeit; künstlerisch genial begabt und nach den Sternen greifend. Und
alle vier sind vollgepackt mit Abenteuern, Liebe, Lebenskämpfen und den
Schlägen eines unberechenbaren Schicksals …

 

 

 Lesegrund: 

Ich habe schon viel Gutes über die Werke von Paul Auster gehört und gelesen, sodass ich mir, als ein neues Buch von ihm erschien, gerne meinen eigenen Eindruck verschaffen wollte.


Handlung: 

In dieser Geschichte findet der Leser/die Leserin gleich vier Geschichten in eine einzige verpackt. In den Geschichten geht es um den Protagonisten Archibald, genannt Archie, Ferguson. Archie ist ein aufmerksamer Junge und er hinterfragt auch schon sehr früh verschiedenste Dinge, was es den Erwachsenen nicht immer nur leicht macht. Eines Tages macht sich Archie Gedanken darüber was geschehen würde, wenn manche Dinge ganz anders geschehen würden, als zunächst gedacht und wenn dadurch alles andere in seinem Leben einen anderen Verlauf nehmen würde. Durch diese Überlegungen entstehen schon bald vier Möglichkeiten seines Lebens, in der auf einmal eine der kleinsten Entscheidungen zu einer völlig veränderten Lebensrichtung führt …

 

Schreibstil: 

Der Schreibstil von Paul Auster hat mir gut gefallen. Der Autor schreibt sehr detailliert und manchmal auch ausschweifend. Letzteres machte manche Passagen, für mich ziemlich langatmig, was etwas schade war. Die langen, verschachtelten Sätze erforderten ab und an etwas mehr Konzentration, aber dennoch hatten die Inhalte weitestgehend ein gutes Tempo. 


Charaktere: 

Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen. Ich mochte Archie und seine Art Dinge und Verläufe zu hinterfragen sehr gerne und ich fand auch die Buchidee ansich richtig gelungen. Neben dem Protagonisten kamen aber auch die anderen Charaktere nicht zu kurz, die vom Autor ebenfalls gut beschrieben worden sind.


Spannung: 

Die Spannung kam, in meinen Augen, manchmal etwas zu kurz. Das lag, meiner Meinung nach, aber nicht an der, durchaus interessanten Handlung, sondern an einigen ausschweifenden Beschreibungen, die, für meinen Geschmack, oftmals zu langatmig geworden sind.


Emotionen: 

Die Emotionen hat Paul Auster gut rübergebracht. Ich habe nicht nur die Entwicklungen interessiert mitverfolgt, sondern fand auch die emotionalen Anteile glaubhaft. Hier kamen auch die liebevollen und detaillierten Beschreibungen richtig gut zur Geltung und sie waren in diesem Punkt ein großes Plus. 


“4321” punktete bei mir mit einer tollen Idee und gut ausgearbeiteten Charakteren. Leider waren einige Abschnitte ziemlich langatmig gestaltet und dämpften meine Lesefreude dadurch ein wenig. Insgesamt gebe ich diesem Buch 3,4 Rosen, abgerundet auf 3.


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